Spielen ist eine ernste angelegenheit

Von Michal Thamdrup, einem der Leiter des Kindergartens Børnehuset Nobi in Dänemark.

Spielplätze werden oft als Orte betrachtet, an denen Kinder vom Lernen befreit sind – einer ernsthaften Aufgabe, die sie in der Schule oder in der Kinder- betreuung erfüllen müssen. Das Spiel ist jedoch eines der Schlüsselelemente der Kindererziehung, weil sie dabei mehr über sich selbst lernen und neue Fähig- keiten entwickeln.

Durch meine Arbeit in der Kindergartenleitung interessiere ich mich zunehmend dafür, wie man
den Außenbereich der Einrichtung auf die bestmög- liche Weise gestalten und ausstatten könnte. Es ist wichtig, eine Entwicklungs- und Lernumgebung zu schaffen, in der die Fantasie und Neugier der Kinder angeregt werden. So erhalten sie die besten Voraus- setzungen dafür, ihre Fähigkeiten zu entwickeln.

Spielen ist nicht einfach

Spielen hört sich einfach an, aber es muss ernst genommen werden. Das Spiel ist im Grunde die Aktivität im Leben von Kindern und außerdem dietreibende Kraft hinter ihrem Lernprozess. Beim Spielen entwickeln Kinder ihre motorischen, körper- lichen, kognitiven und nicht zuletzt auch ihre sozialen Fähigkeiten. Deshalb reicht es nicht aus, lediglich ein paar Schaukeln und Sandkästen aufzustellen.

Die Spielgeräte müssen viel mehr bewirken, als einfach nur Spaß zu bieten. Wenn sie sowohl im Hinblick auf den Aufstellort als auch auf die Zusam- menstellung richtig eingesetzt werden, spielen die unterschiedlichen Geräte eine entscheidende Rolle im kindlichen Lernprozess.

Üben für das wahre Leben

Kinder trennen nicht so genau zwischen ernsthaften Aktivitäten und Entspannung wie Erwachsene. Sie sind immer mit Dingen beschäftigt, die sie herausfor- dern und die zu ihrer Entwicklung beitragen, selbst während des Spielens. Dies geschieht unbewusst, denn Kinder fühlen sich zu dem hingezogen, was sie als Spaß, aufregend und wichtig empfinden – und unsere Aufgabe als Fachleute besteht darin, sie an- zuleiten und zu unterstützen. Die Außenbereiche und Spielgeräte, die uns zur Verfügung stehen, helfen uns dabei, fantastische Voraussetzungen für die Entwick- lung und den Lernprozess der Kinder zu schaffen.

Mehr als nur freier Raum

Auf dem Spielplatz sind es die Kinder, die die Initia- tive ergreifen. Wenn sie ein spannendes Spielgerät erblicken, erfinden sie Aktivitäten im Parallelspiel, Rollenspiele und komplexe Welten, bei denen die Spielgeräte im Außenbereich eine zentrale Rolle spielen. Beim Spielen lernen sie nach und nach auch demokratische Prinzipien kennen, indem sie diskutie- ren und miteinander verhandeln. Das sind wichtige Fähigkeiten, die sie im Laufe ihres Lebens immer wieder brauchen werden.

Kinder spielen mit oder ohne die Leitung durch Erwachsene und beide Formen des Spiels sind sehr wertvoll. Kinder trainieren ihre Fähigkeiten, wenn sie für sich alleine spielen, und sie wachsen daran, wenn sie merken, dass sie unterschiedliche Situationen meistern können – sowohl in Bezug auf ihre Be- ziehungen zu anderen Kindern als auch in Bezug auf die körperlichen Herausforderungen, denen sie auf einem Spielplatz begegnen.

Raum für Groß und Klein

Ganz besonders wichtig ist, dass ein guter Spiel- platz Spielmöglichkeiten und Herausforderungen für Kinder unterschiedlicher Altersgruppen bietet. Ein zweijähriges Mädchen liebt es, stundenlang im Sandkasten Sand zu schaufeln und kleine Türmchen aus Kieselsteinen zu bauen, während ein fünfjähriger Junge sich mit den Armen von Turm zu Turm schwin- gen möchte.

Gleichzeitig nehmen die Kinder der unter- schiedlichen Altersgruppen zueinander Kontakt auf, weil kleinere Kinder neugierig sind und von älteren lernen möchten. Deshalb müssen die Spielplatzgeräte auch Möglichkeiten für Gruppenspiele bieten.

Allen Kindern gemeinsam ist, dass sie sich gerne bewegen. Deshalb ist es ungemein wichtig, dass sie klettern und greifen können, an Spielgeräten, wo sie an den Armen hängen und ihr gesamtes Körpergewicht fühlen kön- nen. Das können Rutschen, Federwippgeräte, Verstecke, Brücken und viele andere Geräte sein, die sie dazu anregen, aktiv zu sein und sich zu entwickeln.

Gut für den Körper

Einer der wichtigsten Vorteile von Spielplätzen ist natürlich, dass sie die körperliche Entwicklung der Kinder fördern. Wenn Kinder ihre Fähigkeiten an einem Kletternetz in ihrem eigenen Tempo und alleine erproben können, lernen sie ihre Grenzen kennen und auf ihren Körper zu hören. Es kribbelt in ihrem Bauch, wenn sie hoch über dem Boden entlanghangeln oder wenn die Schaukel gerade am höchsten Punkt ist.

Wenn sie sich nicht länger am Seil festhalten können, fallen sie herunter und tun sich dabei vielleicht etwas weh. Und dann müssen sie noch einmal von vorn be- ginnen. Ein wenig schlauer, aber auch motiviert dazu, dieses Mal sogar noch etwas höher zu kommen.

Gutes Spielen – besseres Lernen

Untersuchungen haben gezeigt, dass körperliche Akti- vität unsere kognitiven Fähigkeiten verbessert. Kinder können sowohl im Kindergarten als auch in der Schule besser lernen, wenn sie im Laufe des Tages draußen waren und sich körperlich betätigt haben.

Alles spielt zusammen, deshalb ist ein guter Spielplatz von entscheidender Bedeutung für jegliche Kinderbe- treuungseinrichtung.

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Michal Thamdrup
Einer der Leiter des Kindergartens Nobi in Dänemark, der im Oktober 2018 eröffnet wurde und in dem 120 bis 130 Kinder betreut werden.

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